Organisten

Daniel Roth

Daniel Roth zählt weltweit zu den bedeutendsten frz. Orgelvirtuosen der Gegenwart und bekleidete als Interpret und Lehrer zahlreiche prestigeträchtige Positionen. Bereits mit 20 Jahren wurde er Assistent seiner Orgelprofessorin Rolande Falcinelli an der Basilika Sacré-Cœur Paris und später deren Nachfolger als Titularorganist. 1985 übernahm er die renommierte Titulaire-Stelle an St-Sulpice als Nachfolger von Ch. M. Widor, M. Dupré und J. J. Grunenwald. Seit 2023 trägt er dort den Titel Titulaire Emérite und versieht weiterhin ausgewählte liturgische und konzertante Dienste. Seine Ausbildung erhielt er zunächst am Conservatoire seiner Heimatstadt Mulhouse-Alsace. Durch seine Bewunderung für Albert Schweitzer wandte er sich früh der Orgel zu. 1960 trat er in das Conservatoire national supérieur de Paris, wo er fünf Premier Prix gewann (Harmonielehre bei M. Duruflé, Kontrapunkt und Fuge bei M. Bitsch, Klavierbegleitung bei H. Puig-Roget sowie Orgel und Improvisation bei R. Falcinelli). Weitere Studien bei Marie-Claire Alain führten zu zahlreichen Wettbewerbserfolgen: Er gewann fünf bedeutende Preise (u. a. 1966 Prix de haute exécution et d’improvisation des Amis de l’orgue Paris, 1971 Premier Grand Prix de Chartres für Interprétation und Improvisation).
Neben seiner internationalen Konzert- und Jurorentätigkeit wirkte Roth als Professor und Gastdozent an Hochschulen in Frankreich, Deutschland und den USA (Washington D.C., Marseilles, Strasbourg, Saarbrücken). Von 1995 bis 2007 war er Professor für Orgel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.
Zahlreiche Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen dokumentieren sein künstlerisches Wirken. Er ist Mitglied der frz. Kommission für Historische Orgeln. Als Komponist veröffentlichte er Werke für Orgel, Flöte und Orgel, Chor und Orgel sowie Orchester und wurde für sein kompositorisches Schaffen mit dem Florent-Schmitt-Preis der Académie des Beaux-Arts ausgezeichnet. Zu seinen Ehrungen zählen die Ernennung zum Chevalier de la Légion d’Honneur, zum Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres sowie zum Honorary Fellow of the Royal College of Organists. Darüber hinaus erhielt er den Preis der Europäischen Kirchenmusik (Schwäbisch Gmünd, 2006), das Große Albert-Schweitzer-Kreuz (Königsfeld, 2009), die RCO Medal (London, 2020) und ist Ehrenmitglied der Gesellschaft der Orgelfreunde.