Orgeln
Paris, Cathédrale Sainte-Croix (Cavaillé-Coll 1844 II/19; Chororgel Cavaillé-Coll 1860 II/8)
Im Herzen des Marais gelegen, geht die heutige Cathédrale Sainte-Croix des Arméniens auf eine 1633 errichtete Kapelle eines Kapuzinerklosters zurück. 1791 wurde sie zur Pfarrkirche St-François d’Assise, 1801 dann zu St-Jean-St-François. Nach der Französischen Revolution wurde sie mehrfach geschlossen, restauriert und umgestaltet. Seit 1986 gehört sie der armenisch-katholischen Kirche. Der Innenraum wurde zuletzt 2019/2020 restauriert. Der Bau präsentiert sich als schlichter rechteckiger Saal mit Tonnengewölbe und Buntglasfenstern. Bedeutend sind die künstlerische Ausstattung des Innenraums sowie der Hochaltar aus dem 19. Jh. Die Vorhalle verbindet romanische und Renaissance-Elemente.
Cavaillé-Coll 1844 II/19
Mechanische Spiel- und Registertraktur
| 1830 | Antoine Somer, Bau (II/13) |
| 1844 | Dominique, Aristide, Vincent Cavaillé-Coll (Vater und Söhne), Bau (II/18, Schwell-Löffeltritt; GO 54 Tasten, Réc 37 Tasten, Pédal 20 Tasten) |
| 1846 | Installation in St-Jean-St-François; neues Gehäuse von Liénard, Einweihung durch Simon, Fessy, Lefébure-Wely |
| 1867 | Cavaillé-Coll, Überholung |
| 1926 | Paul-Marie Koenig, Erweiterung (u. a. Pedalerweiterung auf 30 Tasten, Schwelltritt) |
| 1956 | Joseph Beuchet, Renovierung (Réc von 37 auf 56 Tasten, Registeränderungen) |
Die Orgel, ein sehr frühes Instrument von Cavaillé-Coll (1844), diente ursprünglich als Exponat der Industrieausstellung 1844. 1926 erweiterte Paul-Marie Koenig das Werk, 1956 erfolgte eine Renovierung durch Beuchet. Im Moment ist sie leider nicht spielbar.
César Franck war hier Titulaire von 1851 bis 1856; ihm folgte Léo Delibes.
Monument historique; Pfeifen von Cavaillé-Coll (1844, teilweise noch vorhanden, jedoch stark verändert), Paul-Marie Koenig (1926) und Joseph Beuchet (1956).
I. Grand-Orgue C–f3
Montre . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Flûte harmonique . . . . . . 8′
Salicional . . . . . . . . . . . . . 8′
Unda maris . . . . . . . . . . . 8′
Prestant . . . . . . . . . . . . . . 4′
Nasard . . . . . . . . . . . . 2 2/3′
Doublette . . . . . . . . . . . . . 2′
Tierce . . . . . . . . . . . . . 1 3/5′
Plein-jeu IV
II. Récit expressif C–f3
Gambe . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Flûte douce . . . . . . . . . . . 8′
Flûte octaviante . . . . . . . . 4′
Octavin . . . . . . . . . . . . . . . 2′
Trompette . . . . . . . . . . . . . 8′
Cromorne . . . . . . . . . . . . . 8′
Hautbois . . . . . . . . . . . . . . 8′
Pédale C–f1
Soubasse . . . . . . . . . . . . . 16′
Quinte . . . . . . . . . . . . . 5 1/3′
Acc. Réc/GO, Tirasses GO + Réc
Chororgel Cavaillé-Coll 1860 II/8
Mechanische Spiel- und Registertraktur
| 1852 | Pierre Stein, Bau einer ersten Chororgel |
| 1860 | Cavaillé-Coll, Bau der aktuellen Chororgel (Opus 169–135) |
| 2019 | Yves Fossaert, vollständige Restaurierung im Zuge der Restaurierung der Kathedrale |
Die 1860 von Cavaillé-Coll erbaute Orgel ersetzte ein 1852 von Pierre Stein erbautes Instrument. Das klassizistische Gehäuse wurde vermutlich vom Architekten Hyppolite Godde entworfen. Im Gegensatz zur Hauptorgel ist diese Chororgel samt freistehendem Spieltisch im Originalzustand erhalten; die Pfeifen sind von hoher Qualität.
I. Manuel expressif C–f3 (54 Tasten)
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Gambe . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Dulciane . . . . . . . . . . . . . . 4′
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
II. Manuel expressif C–f3 (54 Tasten)
Flûte harmonique . . . . . . 8′
Prestant . . . . . . . . . . . . . . 4′
Doublette . . . . . . . . . . . . 2′
Hautbois (D) . . . . . . . . . . 8′
Pédale C–g° (20 Tasten)
angehängt an I. Manual
Acc. II/I, Appel Trompette, Schweller-Löffeltritt, Retrait Trompette, Tremblant
Die ganze Orgel befindet sich in einem Schwellkasten; die Prospektpfeifen sind stumm.



