Orgeln
Paris, Ste-Élisabeth (Suret 1853 III/39)
Die ehemalige Kapelle eines Franziskanerklosters wurde 1646 der heiligen Elisabeth von Ungarn geweiht. Ihre klassizistische Fassade verbindet dorische und ionische Elemente. Während der Frz. Revolution zeitweise Mehllager, ab 1802 als Kirche wieder genutzt, dann Pfarrkirche. Im Zuge der städtebaulichen Umgestaltungen unter Baron Haussmann wurden die übrigen Klostergebäude abgerissen. Seit 1938 steht die Kirche unter der Trägerschaft des Malteserordens.
Suret 1853 III/39
Mechanische Traktur
| 1853 | Louis Antoine Suret, Bau |
| 1941 | Joseph Gutschenritter, Restaurierung |
| 1955–1959 | Joseph Gutschenritter, Restaurierung |
| 1976 | Philippe Hartman, Überholung des Positivs |
| 1985 | Théo Haerpfer, Restaurierung des Positivs |
| 1994–1999 | Michel Giroud, Restaurierung |
Die Orgel von Suret (1853) verbindet Merkmale verschiedener Epochen: Einerseits verfügt sie über traditionelle Register wie Zungen, Cornet und Plein Jeu, andererseits weist sie bereits Neuerungen der ersten Hälfte des 19. Jhs auf (allerdings keine Barker-Maschinen). 1853 erbaut, wurde sie 1855 auf der Weltausstellung als Beispiel des Pariser Orgelbaus präsentiert und mit einem ersten Preis ausgezeichnet, wie auf dem eindrucksvollen Orgelprospekt vermerkt ist. Die Orgel gehört zu den wenigen erhaltenen Orgeln dieses Orgelbauers in Paris und ist typisch für diese vorromantische Epoche, insbesondere durch den hohen Anteil an Zungenregistern (16 von 39), darunter die freischwingenden Euphone, Cor anglais und die (heute fehlende) Hautbois des Récit). Hinzu kommt das neuartige Kéraulophone, erfunden von Gray/Davison (London, 1843).
1941–1959 wurde die Orgel neoklassisch umgebaut und von mechanischer auf pneumatische Traktur umgestellt. Das Positiv wurde 1976 von Hartmann überholt und 1985 von Haerpfer restauriert.
Heute ist das Instrument als „erweiterte Orgel“ konzipiert: Mikrophone in den fünf Werken und Lautsprecher hinter der Orgel ermöglichen eine Mischung von traditionellem Orgelklang mit elektronischen Live-Sounds. Neue Technologien zur Audio- und Videoverarbeitung in Echtzeit werden eingesetzt, um den Klang einer Orgel zu verstärken bzw. zu verändern. Der Klang wird in Echtzeit aufgenommen, modifiziert und im Raum verteilt, sodass sich das Reale und das Virtuelle im akustischen Kirchenraum vermischen. Monument historique, Stimmton 435 Hz.
Titularorganist: Christophe d’Alessandro
Vorgänger: u. a. Félix Fourdrain
I. Positif de dos C–f3 (54 Tasten)
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Kéraulophone . . . . . . . . . 8′
Prestant . . . . . . . . . . . . . . 4′
Nazard . . . . . . . . . . . . 2 2/3′
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
Hautbois . . . . . . . . . . . . . 8′
Basson . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Clairon . . . . . . . . . . . . . . . 4′
II. Grand-Orgue C–f3 (54 Tasten)
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . 16′
Montre . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Gambe . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Prestant . . . . . . . . . . . . . . 4′
Octavin . . . . . . . . . . . . . . . 2′
Plein-Jeu V
Cornet V . . . . . . . . . . . . 16′
Bombarde . . . . . . . . . . . 16′
1ère Trompette . . . . . . . . 8′
2ème Trompette . . . . . . . 8′
Clairon . . . . . . . . . . . . . . . 4′
III. Récit expressif C–f3 (54 Tasten)
Flûte allemande . . . . . . . 8′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Gambe . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Voix céleste . . . . . . . . . . . 8′
Gambe . . . . . . . . . . . . . . . 4′
Flûte octaviante . . . . . . . 4′
Cornet V
Cor anglais . . . . . . . . . . . 16′
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
Hautbois . . . . . . . . . . . . . 8′
Voix humaine . . . . . . . . . 8′
Pédale C–f1 (30 Tasten)
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . 16′
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . . 4′
Bombarde . . . . . . . . . . . 16′
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
Clairon . . . . . . . . . . . . . . . 4′
Acc Pos/GO, Réc/GO, Réc/Pos, Appel Anches GO/Péd/Réc, Grand-Chœur, Tirasse GO, Tonnerre, Trémolo Réc
