Orgeln
Paris, Ste-Clotilde (Cavaillé-Coll 1859 IV/73)
Die Kirche, 1846–57 vom Architekten François Gau erbaut, war die erste Pariser Kirche im neugotischen Stil und wurde der Heiligen Clotilde, der Schutzpatronin Frankreichs, geweiht. 1896, zum 1400. Jahrestag der Taufe Chlodwigs, wurde sie von Papst Leo XIII. zur Basilika minor erhoben. Die außergewöhnliche Qualität der Glasmalereien und die sanfte Atmosphäre, die dort herrscht, machen diese Basilika zu einer der schönsten Kirchen von Paris.
Cavaillé-Coll 1859 III/71
Elektrische Spiel- und Registertraktur
| 1857–1859 | Cavaillé-Coll, Bau |
| 1933 | Joseph Beuchet (Ets Cavaillé-Coll), Restaurierung unter Anleitung von Tournemire |
| 1962 | Beuchet-Debierre, Erweiterung und Elektrifizierung unter Anleitung von Jean Langlais |
| 1983 | Jacques Barbéris, Restaurierung unter Beratung von Langlais |
| 2003–2005 | Bernard Dargassies, Restaurierung und Erweiterung unter Anleitung von Jacques Taddei, mit Assistenz von Olivier Penin |
Die Hauptorgel zählt zu den Meisterwerken Cavaillé-Colls und wurde 1859 vom Titularorganisten César Franck eingeweiht. Verschiedene Titularorganisten prägten daraufhin das Instrument durch Erweiterungen und Restaurierungen, was dazu führte, dass die heutige Orgel sich von der ursprünglichen Disposition von 1859 entfernt hat, dennoch einen romantischen und neosymphonischen Charakter vereint. Cavaillé-Coll erbaute sie nach den Instrumenten von Notre-Dame-de-Lorette 1837, St-Denis 1841, St-Jean-St-François 1846, La Madeleine 1846 und St-Vincent-de-Paul 1852. Bei der letzten Restaurierung durch Dargassies wurde sie auf 71 Register erweitert (u. a. durch neue Chamaden und einer 32er-Kontrabombarde) und einige Maßnahmen, die den romantischen Charakter verändert hatten, weitgehend rückgängig gemacht. Sie ist das Ergebnis von vier Bauabschnitten (1859/1863–1933–1962–2005) mit den jeweils neuen technischen Möglichkeiten: So wurde sie nacheinander elektrifiziert, digitalisiert, mit einem Crescendo ausgestattet und schließlich um einen mobilen Spieltisch (mit 4. Manual für die Chamaden) im Kirchenschiff ergänzt, mit dem der Spieler nun vom Publikum gesehen werden und mit Chören und Orchestern spielen kann.
Der elegante neugotische Prospekt 1857 wurde nach einem Entwurf des Architekten der Basilika, François-Christian Gau, von Pyanet und Lechesne gebaut und steht auf der zweiten Empore, wo sich bis 2005 der Spieltisch befand, der heute im Kirchenschiff ist (für Gottesdienste gibt es einen festen Spieltisch auf der unteren Empore, der auf Restbeständen des ehemaligen Beuchet-Debierre-Spieltisches basiert). Der ursprüngliche Cavaillé-Coll-Spieltisch befindet sich heute im Vleeshuis-Museum in Antwerpen (nachdem er im Besitz von Flor Peeters war, der ihn nach dem Tod von Charles Tournemire geerbt hatte). Die Manuale des Beuchet-Spieltisches (Tournemire-Spieltisch) sind inzwischen in die neue Orgel von Saint-Louis in Vincennes integriert.
Monument historique; Pfeifenwerk von Cavaillé-Coll (1859), Beuchet (1933) und Dargassies (2005).
Titularorganist: Olivier Penin
Vorgänger: u. a. César Franck, Gabriel Pierné, Charles Tournemire, Joseph-Ermend Bonnal, Jean Langlais, Jacques Taddei.
I. Grand-Orgue C–c4 (61 Tasten)
Montre . . . . . . . . . . . . . . 16′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . 16′
Montre . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Flûte harmonique . . . . . . 8′
Gambe . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Prestant . . . . . . . . . . . . . . 4′
Flûte douce . . . . . . . . . . . 4′
Quinte . . . . . . . . . . . . 2 2/3′
Doublette . . . . . . . . . . . . 2′
Cornet V (D)
Plein-Jeu VI
Bombarde . . . . . . . . . . . 16′
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
Trompette en chamade . 8′ [2005]
Clairon . . . . . . . . . . . . . . . 4′
II. Positif C–c4 (61 Tasten)
Bourdon . . . . . . . . . . . . . 16′
Montre . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Flûte harmonique . . . . . . 8′
Salicional . . . . . . . . . . . . . 8′
Unda Maris [2005] . . . . . 8′
Quinte [2005] . . . . . . 5 1/3′
Prestant . . . . . . . . . . . . . . 4′
Flûte octaviante . . . . . . . 4′
Tierce [2005] . . . . . . . 3 1/5′
Septième [2005] . . . . 2 2/7′
Quinte . . . . . . . . . . . . 2 2/3′
Doublette . . . . . . . . . . . . 2′
Tierce . . . . . . . . . . . . . 1 3/5′
Larigot . . . . . . . . . . . . 1 1/3′
Piccolo . . . . . . . . . . . . . . . 1′
Plein-Jeu III-VI
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
Clarinette . . . . . . . . . . . . . 8′
Clairon . . . . . . . . . . . . . . . 4′
III. Récit expressif C–c4 (61 Tasten)
Quintaton . . . . . . . . . . . . 16′
Cor de nuit [2005] . . . . . . 8′
Flûte traversière . . . . . . . 8′
Gambe . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Voix céleste . . . . . . . . . . . 8′
Principal . . . . . . . . . . . . . . 4′
Flûte octaviante . . . . . . . 4′
Nazard . . . . . . . . . . . . 2 2/3′
Octavin . . . . . . . . . . . . . . . 2′
Tierce . . . . . . . . . . . . . 1 1/3′
Fifre [2005] . . . . . . . . . . . . 1′
Plein-Jeu IV
Bombarde . . . . . . . . . . . 16′
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
Trompette en chamade . 8′ [2005, = Chamade 8′ der GO]
Basson-Hautbois . . . . . . . 8′
Clarinette . . . . . . . . . . . . . 8′ [2005, ehemals Clarinette des Pos]
Voix humaine . . . . . . . . . 8′
Clairon . . . . . . . . . . . . . . . 4′
IV. Chamade (nur auf dem mobilen Spieltisch) C–c4 (61 Tasten)
Trompette en chamade . 8′ [2005, = Chamade 8′ der GO]
Clairon en chamade . . . . 4′ [2005, = Chamade 8′ der GO + Erweiterung]
Pédale C–g1 (32 Tasten)
Soubasse . . . . . . . . . . . . 32′
Contrebasse . . . . . . . . . 16′
Soubasse . . . . . . . . . . . . 16′
Quinte . . . . . . . . . . . 10 2/3′ [2005]
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Octave . . . . . . . . . . . . . . . 4′
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . . 4′
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . . 2′
Contre-Bombarde . . . . . 32′ [2005]
Bombarde . . . . . . . . . . . 16′
Basson . . . . . . . . . . . . . . 16′
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
Trompette en chamade . 8′ [2005, = Chamade 8′ der GO]
Clairon . . . . . . . . . . . . . . . 4′
Clairon en chamade . . . . 4′ [2005, = Chamade 8′ der GO + Erweiterung]
Acc. Pos/GO, Réc/GO, Réc/Pos, Appels Anches GO/Pos/Péd/Réc, Schwelltritte Pos/Réc, Octaves aiguës Péd, Octaves graves GO, Tirasses GO/Pos/Réc

