Orgeln

Paris, St-Antoine-des-Quinze-Vingts (Cavaillé-Coll 1894 III/47)

Vor der Französischen Revolution gehörte das Gebiet des heutigen 12. Arrondissements überwiegend zur Pfarrei St-Paul, später zu Ste-Marguerite. Daneben besaßen jedoch zwei bedeutende Institutionen eigene Seelsorgerechte: die Zisterzienserinnenabtei St-Antoine-des-Champs sowie das von Louis IX. gegründete Hospital der „Quinze-Vingts“. Mit der Revolution wurde die Abtei 1790 aufgehoben und das Kloster 1795 dem Hôpital St-Antoine zugewiesen. 1791 entstand die neue Pfarrei St-Antoine-des-Quinze-Vingts. Nachdem die ehemalige Abteikirche 1798 verkauft und abgerissen worden war, diente die Kapelle des Hospitals „Quinze-Vingts“ rund ein Jahrhundert lang als Pfarrkirche. Die heutige Kirche wurde 1903 vollendet und 1909 geweiht.

Cavaillé-Coll 1894 III/47

Mechanische Spiel- und Registertraktur

1894Cavaillé-Coll, Bau
1909Gutschenritter von der Firma Merklin Umzug und Installation
1956Pierre Cheron und Philippe Hartmann, Überholung
1982–1983Jacques Barbéris, umfassende Überholung mit Restaurierung u. a. der Barker-Maschinen
1992–2004Yves Fossaert, Reinigung, Reparaturen, u. a. Restaurierung der Windladen

Der größte Teil der außergewöhnlich hochwertigen Hauptorgel geht auf ein Instrument zurück, das Cavaillé-Coll 1894 für das Stadtpalais des Barons Albert de l’Espée erbaut hatte. Da der Baron mit seinem ausgiebigen Wagner-Spiel zunehmend die Nachbarschaft störte, wurde die Orgel schließlich verkauft. 1909 überführte Merklin das Instrument in die neu errichtete Kirche Saint-Antoine, die vom Architekten Roy entworfen worden war, und schuf zugleich das heutige Orgelgehäuse. Von den 1940er Jahren bis in die späten 1970er Jahre blieb die Orgel weitgehend unbeachtet. Dank der sorgfältigen Betreuung durch den Titularorganisten Marcel Pépin blieb sie jedoch vor den vielerorts vorgenommenen neoklassischen Umbauten und einer Elektrifizierung bewahrt. Der größte Teil des Pfeifenwerks stammt noch von Cavaillé-Coll, ergänzt durch einige Register von Merklin.
Titularorganist: Éric Lebrun; Vorgänger: u. a. Joseph Bonnet, Marcel Pépin

I. Grand-Orgue C–c4 (61 Tasten)
Bourdon . . . . . . . . . . . . . 16′
Montre . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Flûte harmonique . . . . . . 8′
Salicional . . . . . . . . . . . . . 8′
Prestant . . . . . . . . . . . . . . 4′
Flûte octaviante . . . . . . . 4′
Doublette . . . . . . . . . . . . 2′
Fourniture III-V
Bombarde . . . . . . . . . . . 16′
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
Clairon . . . . . . . . . . . . . . . 4′

II. Positif expressif C–c4 (61 Tasten)
Quintaton . . . . . . . . . . . 16′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Flûte traversière . . . . . . . 8′
Violoncelle . . . . . . . . . . . . 8′
Unda Maris . . . . . . . . . . . 8′
Cor de nuit . . . . . . . . . . . 4′
Viole d'amour . . . . . . . . . 4′
Nazard . . . . . . . . . . . . 2 2/3′
Octavin . . . . . . . . . . . . . . . 2′
Tierce . . . . . . . . . . . . . 1 3/5′
Piccolo . . . . . . . . . . . . . . . 1′
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
Cor anglais . . . . . . . . . . . . 8′
Clairon . . . . . . . . . . . . . . . 4′

III. Récit expressif C–c4 (61 Tasten)
Cor de nuit . . . . . . . . . . . 8′
Flûte harmonique . . . . . . 8′
Viole de gambe . . . . . . . . 8′
Voix céleste . . . . . . . . . . . 8′
Dulciane . . . . . . . . . . . . . . 4′
Fourniture III
Basson . . . . . . . . . . . . . . 16′
Trompette harmonique . 8′
Basson-Hautbois . . . . . . . 8′
Clarinette . . . . . . . . . . . . . 8′
Voix humaine . . . . . . . . . 8′

Pédale C–g1 (32 Tasten)
Bourdon . . . . . . . . . . . . . 32′
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . 16′
Soubasse . . . . . . . . . . . . 16′
Bourdon . . . . . . . . . . . . . . 8′
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . . 8′
Violoncelle . . . . . . . . . . . . 8′
Flûte . . . . . . . . . . . . . . . . . 4′
Bombarde . . . . . . . . . . . 16′
Trompette . . . . . . . . . . . . 8′
Clairon . . . . . . . . . . . . . . . 4′

Acc. Pos/GO, Réc/GO, Réc/Pos, Réc/Pos 16, Appel Anches GO/Pos/Péd/Réc, Appel GO, Schwelltritte Pos/Réc, Tirasses GO + Pos + Réc, Tonnerre, Trémolo Réc.